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Günster Wasserfall – Steiermark

Günster Wasserfall

Günster Wasserfall: Der höchste Wasserfall der Steiermark

Geschichte:

Der Schöderbach verlässt durch eine enge Klamm das Gebiet der schon 1427 geschichtlich erwähnten Günsten. Der Name „Chienssen“ leitet sich vom slawischen „koncen“ ab, das übersetzt so viel wie „am Ende des Dorfes“ bedeutet. Vor langer Zeit lebte hier ein Hufschmied, der sich das Erz vom nahen Eisenkern holte und hier röstete. Noch heute gibt es beim sogenannten „Riaplbauer“ eine Weide, die der „Riapler Eisenkern“ genannt wird.

Tourismus:

Um 1900 sind entlang des Wasserfalls Leitern und Aufstiegshilfen errichtet worden, die das Naturspektakel für schwindelfreie Gäste begehbar machen. Im Verlauf des ersten Weltkrieges vermorscht die Holzkonstruktion und verfällt. 1930 beginnt der Verschönerungsverein Schöder mit dem Wiederaufbau, weitere Sanierungen folgen 1954 und 1994. Der Günster Wasserfall ist seit 1959 Naturdenkmal und so vor allen Eingriffen in den Bachlauf geschützt.

Wasserfall:

Der Günster Wassersturz gilt unter Naturliebhabern als der schönste in den gesamten Niederen Tauern. Mit 65 Metern Fallhöhe ist der Wassersturz der höchste in der Steiermark. Rauschend und tosend stürzen hier rund 300 Liter Wasser pro Sekunde über glatte Felsen, durch Jahrhunderte geschliffene Kessel und über drei imposante Kaskaden. Der Bach verlässt das Gebiet durch eine enge Klamm, die von Besuchern durchwandert werden kann. Ein gut ausgebauter und durch Geländer gesicherter Weg führt bis zum höchsten Punkt des Wasserfalls. Auf den zahlreichen Brücken hat man einen besonders guten Blick auf die schäumende Gewalt des Wassers. Entlang des zeitenweise steilen Weges finden sich immer wieder Aussichtspunkte und Sitzgelegenheiten.

Gehzeit:
Die gesamte Runde zu begehen dauert vom beschilderten Parkplatz etwa ein dreiviertel Stunden (105 Minuten).

https://www.holzweltmurau.at/de/holzwelttouren/holzwanderungen/guenster-wasserfall.html

Kontakt:
Tourismusverband Krakau
Krakauebene 34b
A-8854 Krakauebene

T: +43 3535 8606
E: office@krakau.at
I: www.krakau.at

Günster Wasserfall

Murauer Samsonumzug

Der Murauer Samson

Einmal im Jahr sieht man in und um Murau in der Steiermark hühnenhafte Riesen durch die Gassen tanzen. Der Murauer Samson, begleitet von der Murauer Bürgergarde, zieht jährlich am 15. August durch die Altstadt. Schon seit dem 18. Jahrhundert besteht das Brauchtum des Samsonumzuges, welches es nur noch in Murau, Krakaudorf und dem benachbarten Lungau gibt, und seit 2010 auf der österreichischen Liste des UNESCO immateriellen Kulturerbes steht. Aber was hat es damit auf sich, und wer oder was sind diese Riesen?

Die Herkunft des steirischen Samson

Der Murauer Samson hat seinen Ursprung im Lungau. Eine Rechnung der Tamsweger Fronleichnamsbruderschaft von 1746 weist aus, dass ein Samson für 24 Gulden nach Murau verkauft wurde. Der von den Kapuzinern initiierte Umgangsbrauch bei der alljährlichen Fronleichnamsprozession dürfte von da an in Murau etwa 40 Jahre lang – bis in die Zeit der josefinischen Reformen – ausgeübt worden sein. Im Jahr 1784 verbot jedoch das erzbischöfliche Konsistorium das Mittragen der Figur. Die Bevölkerung umging dieses Verbot aber geschickt. Sie trug den Riesen zwar ab sofort nicht mehr bei den Prozessionen, dafür aber am Nachmittag des Fronleichnams- oder Prangtages (Patronatstag) oder bei anderen besonderen Anlässen mit festlicher Musikbegleitung durch den Ort.

Der biblische Samson

Ursprünglich geht das Brauchtum des hühnenhaften Riesen auf den biblischen Samson im Alten Testament zurück. Samson war ein auserwählter Gottes der mit unglaublichen Kräften gesegnet war. Gekämpft hat er gegen die Philister und galt als unbesiegbar. Seine Kraft kam aus seinen Haaren, was aber keiner wusste. Aber, wie so oft in Mythen und Legenden, kam auch ihm die Liebe dazwischen. Er verliebte sich in die schönen Delila, die er auch heiratete. Diese kam hinter sein Geheimnis und verriet ihn an die Philister. Er wurde daraufhin gefangen genommen, geschoren und geblendet – ohne seine Haare hatte er keine Kraft. Aber diese wuchsen ihm wieder nach, und er bekam somit auch seine Kraft zurück, die er dazu benutzte, den Tempel der Philister zum Einsturz zu bringen. Der Legende nach sind dabei nicht nur 3.000 Philister, sondern auch Samson selbst, gestorben.

Der Riese von Murau

1968 wurde vom damaligen Obmann der Murauer Bürgergarde Mag. Ernst Gasteiger der heutige Murauer Samson wiedereingeführt. In Kendlbruck, einem Ort an der steirisch-salzburgerischen Grenze, erwarb er eine arg in Mitleidenschaft gezogene Samsonfigur. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten konnte diese Figur noch im selben Jahr erstmals wieder durch Murau tanzen. Der heute noch verwendete Samson wiegt 85 kg und ist 5,50 Meter hoch. Seinen “großen” Auftritt hat der Murauer Samon alljährlich beim Murauer Samsonfest am 15. August und wird von der Murauer Bürgergarde mit Salven begleitet. Er wird von einem einzigen Mann getragen, der Unterstützung von seinen “Haberern” bekommt. Ein ganz besonderes Detail fällt dem Besucher dabei auf: der Samson trägt in der linken Hand einen weißen Gegenstand – dies soll einen Eselkinnbacken symbolisieren, mit dem der biblische Samson 1.000 Philister erschlagen haben soll.

Kulturerbe Samsonumzug

Das Samsontragen im Lungau und im Bezirk Murau hat es 2010 sogar auf die österreichische Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO geschafft. Ein einzigartig-sagenhaftes Erlebnis also, das man jährlich am 15. August in Murau erleben kann. In Krakaudorf findet der Samsonumzug immer am ersten Sonntag im August statt.

https://www.murau-kreischberg.at/de/urlaub/kultur-brauchtum/geschichte-brauchtum/murauer-samson